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taz berlin, 08.12.2000

War Is Over (If You Want It)

Kündigung im Callcenter endet mit Vergleich. Mitarbeiter haben sich erst gegen »Tagelöhnerverträge«, dann gegen die anschließenden Entlassungen gewehrt

Der Konflikt um die Kündigung mehrerer Beschäftigter der AudioService GmbH, der Callcenter-Tochter der Zweiten Hand, fand gestern mit einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht sein Ende. Die ehemalige Mitarbeiterin Muna A. einigte sich mit Firmenanwalt Thomas Meyer auf eine Abfindung in Höhe von 2.600 Mark. Zuvor hatten bereits rund 15 weitere Mitarbeiter außergerichtlichen Abfindungsvereinbarungen zugestimmt.

Hintergrund des Konflikts waren die neuen Abrechnungsbögen, die den zumeist studentischen Mitarbeitern Anfang Juli vorgelegt worden waren (taz vom 28. 7. 2000). »Das waren Tagelöhnerverträge«, sagte gestern ein Ehemaliger. Gemäß einer Rahmenvereinbarung wurden so genannte Tagesarbeitsverhältnisse abgeschlossen. Dagegen hatten mehrere Beschäftigte protestiert. Die Folge: Entlassung. Die ehemaligen Beschäftigten fühlen sich dennoch nicht als Verlierer. Man habe für die Zukunft gelernt, sagte einer gestern. »Wir hätten einen Betriebsrat gründen sollen.«

Berliner Callcenter-Beschäftigte haben sich mittlerweile zu einer so genannten Call Center Offensive zusammengeschlossen, um gegen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche vorzugehen. Bei den regelmäßigen Treffen gehe es darum, »Initiativen zur Verbesserung der Arbeitssituation voranzubringen«, so eine Sprecherin. rot

Kontakt: http://www.callcenteroffensive.de/



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