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09.02.2005

MCS: Kundgebung vor der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom am Do., 10.02.2005, 15:00 Uhr

11833 – wer in den letzten vier Jahren die Auskunft der Telekom anrief, landete mit einiger Wahrscheinlichkeit im Spandauer Call Center MultiCom Services GmbH (MCS). Über 500 Agents haben dort seit Sommer 2000 gearbeitet – und zwar unter teils schikanösen Bedingungen: uns wurde von verspäteten Lohnzahlungen, Mobbing unliebsamer Agents und einem mörderischen Arbeitstempo berichtet. Die Geschäftsleitung soll gedroht haben, kranken Mitarbeitern den Detektiv ans Bett zu schicken (in einer Hausmitteilung vom November 2004). Auch Kontrollanrufe bei den Krankenkassen der bettlägrigen Mitarbeiter sollen schon vorgekommen sein.

Mit alledem ist jetzt Schluss: die Telekom hat den Vertrag mit MCS gekündigt, zum Mai wird der Laden dichtgemacht. Wäre alles halb so schlimm, wenn es nicht noch ein paar offene Rechnungen gäbe:

Offene Rechnung 1: Den ehemals 50 studentischen Beschäftigten wurden ordentliche Arbeitsverträge verweigert. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben sie nicht bekommen, bezahlten Urlaub auch nicht. Einige klagen das jetzt vor Gericht ein. Mehrere 10.000 Euro sollen noch ausstehen.

Offene Rechnung 2: Angeblich krankfeiernden Mitarbeitern hat die MCS gekündigt – verhaltensbedingt. Auch hier laufen Klagen, gegen die willkürlichen Kündigungen.

Offene Rechnung 3: Apropos willkürliche Kündigungen. Der Vertrag zwischen Telekom und MCS läuft bis Ende Mai – eigentlich. Jetzt hat die MCS – unseren Informationen nach: allen – Beschäftigten kurzfristig und außerordentlich mit Wirkung zum 28. Februar gekündigt. Den Beweis der angeblichen Auftragsänderung seitens der Telekom bleibt die MCS dem Betriebsrat schuldig. Also sind die Kündigungen rechtswidrig und werden ebenfalls von zahlreichen Beschäftigten vor Gericht angefochten.

Offene Rechnung 4: Eigentlich, ja eigentlich ... hieß es, die Geschäftsleitung wolle mit dem Betriebsrat einen Sozialplan ausarbeiten. Denn wenn schon gekündigt, dann bitteschön mit Abfindung! Doch mit ihren vorzeitigen Entlassungen ist die Geschäftsleitung abermals wortbrüchig geworden.

Um ihre Ansprüche doch noch durchzusetzen, haben sich einige Beschäftigte zusammen getan. Sie gehen jetzt mit Hilfe der FAU (»Freie ArbeiterInnen Union«, eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft) gegen die MCS vor – und nehmen erst mal die Telekom in die Pflicht: Am Donnerstag, 10. Februar, 15:00 Uhr rufen sie zur Kundgebung vor der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom AG auf. Damit das Subunternehmen sich nicht einfach aus der Affäre stiehlt. Unterstützen wir die Agents im Kampf um ihre Ansprüche! Kommt am 10.2. um 15 Uhr zum Telekom-Hauptstadtsitz in der Hägerstraße 33a-c (U2 Hausvogteiplatz)!

Der Aufruf der FAU nebst offenem Brief an die Telekom AG und Vorlage für Protestschreiben findet Ihr hier: http://www.fau.org/artikel/art_050205-153905

Mehr Infos zum Fall MCS bei Labournet Germany:

http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/cc/mcs.html

Und im Neuen Deutschland:

http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=66551&IDC=42



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